Fettverbrennungspuls: das ist wirklich dran

by Fitnessredakteur

Wer Fett verlieren möchte und zu diesem Zweck nach Trainingstipps sucht, wird dabei unweigerlich auch etwas über das Thema Fettverbrennungspuls lesen. Dieser soll, so ist es zumindest häufig zu lesen, für schnellere Erfolge beim Fettabbau sorgen.

Theoretische Grundlagen

Die Theorie, welche hinter der Idee des Fettverbrennungspuls steckt, lässt sich schnell erklären. Um die Energieversorgung während des Trainings sicherzustellen, hat der Körper zwei Möglichkeiten. Er kann entweder Fett oder Kohlenhydrate verbrennen.

In der Praxis nutzt er stets beides als Energiequelle, wobei das Verhältnis unterschiedlich ausfallen kann. Bei niedriger Trainingsbelastung ist der Anteil an Fett, welches verbrannt wird, hoch, während der Anteil an Kohlenhydraten niedrig ausfällt. Mit steigender Trainingsbelastung steigt hingegen der Anteil, welchen die Kohlenhydrate bei der Energiegewinnung ausmachen und der Anteil an Fett sinkt.

Basierend auf dieser Tatsache hat sich die Idee des Fettverbrennungspuls entwickelt. Um eine möglichst hohe Fettverbrennung zu ermöglichen, wird ein Training empfohlen, bei dem die Pulsfrequenz in einem Bereich von circa 120 Schlägen pro Minute liegt. Ist dies der Fall, macht Fett bei der Energiegewinnung einen Anteil von rund 70 Prozent aus. Dies soll für einen optimalen Abbau von Körperfett sorgen.

Kritik

Zumindest auf den ersten Blick mag diese Theorie durchaus logisch klingen. Einer näheren Betrachtung hält sie jedoch nicht stand. Denn auch wenn der Anteil, welchen Fett an der Energiegewinnung insgesamt ausmacht, mit steigender Trainingsbelastung sinken mag, bedeutet das nicht zwangsläufig schlechtere Ergebnisse beim Abnehmen.

Schließlich wird hier mit dem Gesamtverbrauch ein entscheidender Faktor komplett außer Acht gelassen. Je anstrengender das Workout ist, desto mehr Energie wird in der gleichen Zeit benötigt.

Auch wenn der Anteil an Fett bei hoher Belastung möglicherweise nur noch bei 40 Prozent des Gesamtverbrauchs liegt, werden während der Trainingseinheit deutlich mehr Kalorien verbraucht. Das hilft dabei das Kaloriendefizit, welches zum Abnehmen unverzichtbar ist, zu erhöhen und sorgt letztlich auch für schnellere Fortschritte auf der Waage.

Tipps für die Praxis

Wer abnehmen möchte, sollte nicht dem Irrglauben erliegen, dass er durch Training im Bereich des Fettverbrennungspuls die besten Erfolge erzielt.

Was zählt ist die Höhe des Kaloriendefizits, welches durch eine Kombination aus Training und Ernährung erzielt wird. Je höher der Kalorienverbrauch während des Workouts ist, desto besser ist es für den Fettabbau. Aus welchen Energiequellen sich der Verbrauch letztlich genau zusammensetzt, spielt allenfalls eine untergeordnete Rolle.

Anstatt sich hauptsächlich auf die Pulsfrequenz zu konzentrieren, empfiehlt es sich daher eher zu versuchen auf den eigenen Körper und dessen Bedürfnisse zu hören. Ein regelmäßiges Training sowie eine stetige Steigerung der Leistung sind die Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg des Workouts entscheiden.

Der Fettverbrennungspuls klingt lediglich in der Theorie sinnvoll. Einer kritischen Betrachtung unter Berücksichtigung relevanter Faktoren hält er jedoch nicht stand.